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Jetzt seit ihr also gerade angekommen und steht an der estación
de autobuses oder sonst irgendwo in Granada.
Falls ihr keinen Stadtplan habt besorgt ihr euch am besten einen
in einer Touristen-information (kostenlos).
Die sind erst mal ausreichend und meistens besser als die, die man
am Bahnhof oder Bushof bekommt.
In der Touriinfo bekommt ihr auch eine Liste mit hostales
und Jugendunterkünften. Um eine nette Wohnung zu finden braucht
man zwischen einem Tag und einer Woche. Das kommt ganz auf eure
Ansprüche an und euren Einsatz an.
Ich habe mich am Anfang erst daran gewöhnen müssen, dass
der Standard hier etwas anders ist als in Deutschland aber man lernt
hier schnell, dass sich das Leben nicht im Haus sondern auf der
Strasse abspielt (das kann man an den Wohnungen erkennen). Mehr
dazu bei der Wohnungssuche.
Transportmittel
Taxi
Taxi fahren in Granada ist nicht besonders teuer und vom Bushof
bis in die Innenstadt kostet es ungefähr 4€.
Wenn ihr also erst mal irgendwo hinkommen wollt ist das vielleicht
einfacher als mit dem Bus.
Bus
Von der estación de autobuses fahren die 3 und die 10, wobei
die 10 die ganze "Camino de Ronda" langfährt und
die 3 direkt Richtung "Gran Via" und "Plaza Nueva".
In Spanien fährt man Bus. Auch wenn man reisen will, ist es
oft am billigsten, wenn man das mit dem Bus macht. In der Stadt
kauft man sich am Besten ein Bonobus ticket. Das gibt es
zu verschiedenen Preisen und man kann je nach Preis verschieden
oft damit in der Stadt rumfahren. Das Ticket kann man in jedem Bus
oder auch in einigen estancos kaufen.
Man sollte sich aber daran gewöhnen, dass es keine Fahrpläne
gibt. Man stellt sich einfach an die Haltestelle und hofft, dass
bald der richtige Bus kommt.
Mietwagen
Ein kleiner Mietwagen (Peugeot 106) kostet in Granada ca. 150€
pro Woche. Die Preise variieren sehr und hängen auch von den
Versicherungen ab, die man abschließt. Man sollte darauf achten,
wie hoch die Selbstbeteiligung der Vollkaskoversicherung ist.
Man lässt besser nichts im Auto liegen und das Handschuhfach
offen damit jeder sehen kann, was drinnen ist.
Direkt am Plaza Nueva gibt es einige Autovermietungen.
Wohnung suchen
Die Wohnungen hier sind meistens nicht mit denen in Aachen zu vergleichen.
Alles ist ein bisschen älter und oft fehlt die Heizung und
das obwohl es auch hier kalte Winter gibt. Man sollte das nicht
unterschätzen. Es kann in der Nacht nicht selten auf Null Grad
und darunter abkühlen. Da oft ebenfalls Doppelverglasung oder
Wärmeisolierung fehlen, kann es auch in der Wohnung unangenehm
kalt werden.
Man hilft sich hier mit einem Heizlüfter (nicht billig) oder
einem brasero. Man muss allerdings auch sagen, dass
es tagsüber doch wesentlich wärmer ist als in Aachen und
insgesamt die kalte Zeit kürzer ist.
Ein anderes Problem ist, dass durch die Bauweise hier viele Zimmer
kein direktes Tageslicht haben. Es kommt also ganz auf die Wünsche
des Einzelnen an, wie schnell er eine Wohnung findet.
Allgemein kann man sagen, dass es Wohnheime wie in Deutschland nicht
gibt. Meistens sind die Residencias mit Vollpension
und Putzdienst aber auch dementsprechend teuer.
Die WG´s sind seltener gemischt und meistens mit dem allernötigsten
möbliert. Dinge wie Kabelfernsehen, Festnetztelefon, Heizung,
Garten, Balkon sind auf jeden Fall Extras.
Die eigentliche Suche läuft so ab, dass man direkt in das Viertel
geht, in dem man wohnen möchte und dort an den Telefonzellen
und Häusern nach Zetteln mit Angeboten sucht. Dann wird telefoniert
und angeschaut. Man kann ohne weiteres auch noch um 23:00 Uhr eine
Wohnung ansehen.
Viele Angebote hängen z.B. an einem langen Zaun der Medizinischen
Fakultät.
Größe
Wenn ihr eine Wohnung sucht, wird euch sehr schnell auffallen,
dass auch die Größe eines Zimmers nicht die Rolle spielt
wie in Deutschland. Meistens kriegt man auf die Frage nach der Größe
die äußerst hilfreiche Antwort groß oder klein
oder etwas ähnliches.
Preise
Die Preise für ein WG Zimmer variieren zwischen 100€
250@€. Fast alle Spanier die ich kenne zahlen weniger
als die Ausländer. Was das heißt, könnt ihr euch
selber überlegen.
Die Preise hängen natürlich auch maßgebend von der
Wohngegend ab. Fast alle wollen am Anfang ins Albaizín,
was das alte arabische Viertel ist. Um hier etwas schönes zu
finden muss man allerdings Glück haben oder ziemlich früh
da sein. Meistens sind die Wohnungen dort sehr alt und oft auch
in einem halb verfallenen Zustand.
Meistens zahlt man eine Monatsmiete Kaution und die Nebenkosten
(Strom, Gas und Wasser) werden extra gezahlt. Wie viel das ist,
kann meistens nur ungefähr gesagt werden aber man sollte schon
mit 20€/Monat rechnen.
Jugendherbergen, Hostales
Informationen über Unterkünfte findet ihr in einer der
Touristeninformationen die es überall in der Stadt gibt. Dort
gibt es auch einen Stadtplan umsonst.
Telefonieren & Internet
Wenn man an die Preise in Deutschland gewöhnt ist, dann wird
man zumindest überrascht sein zumal es hier noch lange nicht
Standard ist, dass in jeder Wohnung ein Telefon ist. Die Preise
sind um einiges teurer und die Möglichkeiten sich call by call
einzuwählen fangen auch erst an.
Dafür sind die Internetcafes in Granada unglaublich günstig
aber auch manchmal genauso langsam.
Man muss für eine Stunde ca. 1€ - 1,50€ bezahlen.
Wenn man mehr bezahlt ist man selber schuld.
Ein gutes Internetcafe (aber nicht das billigste) befindet sich
in der Nähe vom Mc Donald´s in der calle Recogidas.
Man muss die Strasse gegenüber von McD (an der Ecke ist Massimo
Dutti ein Klamottengeschäft) ein Stück weit gehen
bis man zum Internetcafe ISIS kommt. Dort kann jeden Tag bis 3:00
Uhr Morgens surfen (diese Information ist von 1999 und ich weiss
nicht, wie sich das geändert hat).
Handys
Es gibt zur Zeit drei Gesellschaften mit denen man hier telefonieren
kann. Meistens kauft man ein movil mit einer prepaid Karte
die man dann später wieder aufladen kann. Die Preise für
das handy und die Karte sind sehr unterschiedlich und ändern
sich ständig. Es lohnt sich also mal einen Tag in der Stadt
rumzulaufen und nach Angeboten zu suchen.
Jede Gesellschaft hat ihre Vor und Nachteile und oftmals kann man
auch Geld sparen indem man einfach die Gesellschaft wählt,
die die anderen auch haben (wegen der Gesprächsgebühren
untereinander).
Ihr könnt euch die Tarife auf den einzelnen homepages anschauen:
- www.vodafone.com
- www.movistar.es
- www.amena.com
Man kann natürlich auch sein handy aus Deutschland mitbringen
und hier nur eine Karte kaufen. Meistens erhält man bei einem
Kartenkauf mehr Gesprächsgebühren als die Karte kostet.
Ihr solltet allerdings darauf achten, dass das movil
nicht von der Gesellschaft in Deutschland blockiert ist (das ist
oft der Fall bei prepaid Karten).
Die Telefone hier sind ebenfalls am Anfang blockiert können
aber unter bestimmten Konditionen freigeschaltet werden.
Dies gilt nicht für Amena die schon nach der zweiten Aufladung
freischalten (Gilt für 1999 also fragt besser im Amena-Laden
nach).
Handyangebote gibt es ab ca. 40€ und haben nach oben wie meistens
keine Grenze.
Telefonzellen & Telefonkarten
Mit Telefonkarten kann man gut Festnetznummern anrufen aber da
kaum einer so eine hat wird es meistens teuer, da handys anrufen
ungleich teurer ist.
Es gibt auch hier spezielle Karten um nach Deutschland anzurufen
und die zur Zeit (6/2002) billigste mir bekannte ist Eurocity mit
der man für 4 cent nach Deutschland ins Festnetz anrufen kann.
Festnetztelefone
Seit froh, wenn ihr eins habt und informiert euch über call
by call Möglichkeiten die es hier auch gibt. Die Anmeldung
kostet ca. 150€ und dann müsst ihr nochmal mit 15€
pro Monat rechnen. Der Vorteil ist, dass ihr dann auch Europa 15
freischalten lassen könnt. Dieser Service ist nicht besonders
teuer und ermöglicht euch jeden Tag 15 min. (ab 20 Uhr) innerhalb
Europas anzurufen. Nach der Umrechnung müsste das ca. 9-10€
pro Monat kosten. Informationen gibt es sicherlich bei der Telefonica.
Uni
Alle die ab 2000 in Granada studieren haben das Glück oder
Pech ,das ist Ansichtssache, im neuen Unigebäude zu studieren.
Gerüchte sagen, die neue Uni hätte die beste Cafeteria
die es hier in Granada gibt und ein großer Vorteil wird auf
jeden Fall die Klimaanlage sein.
Alles wird eben neuer sein aber vielleicht fehlt am Anfang ein bisschen
das Ambiente das ich wir im alten Gebäude immer sehr genossen
haben. Ich kann euch nur raten, wenigstens einmal hoch nach Cartuja
zu fahren und euch anzusehen, wo man bisher zu studieren und auch
zu feiern pflegte.
Anmeldung
Für die Anmeldung braucht man einen ganzen Haufen Kopien und
daher würde ich euch raten schon bei der ersten Gelegenheit
einige Fotokopien vom Pass und auch von einem Passfoto zu machen.
(Passfotos kann man hier in Granada günstiger als in Deutschland
machen lassen). Die Kopien sind sehr billig in Granada (s/w ab 1,8cent).
Fast alle Anmeldungen macht man im Hospital Real und
wenn ihr schon mal dabei seid, könnt ihr direkt am Anfang den
Büchereiausweis für Granada mit beantragen.
Mit der Anmeldung für die Uni Matricula braucht
man sich nicht so sehr zu beeilen. Es ist viel eher sinnvoll sich
genau zu überlegen, was man in Granada für Klausuren schreiben
will und sich dann zu entscheiden. Das kann man auch ruhig noch
im November oder auch noch später machen. Die Unterlagen für
die Matricula bekommt man in jedem Kiosk (estanco).
Ihr müsst im Laufe der Zeit bei jedem Professor bei dem ihr
ein Fach belegt ein ficha abgeben das ist ein Zettel
mit einigen Daten über euch und wiederum einem Passfoto. Da
man meistens mehr Fächer anmeldet als man nachher schreibt,
braucht man dementsprechend viele Fotos.
Pepe (Erasmuskoordinator)
Pepe ist der allernetteste Mensch der Welt und wenn er kann, wird
er euch sicherlich weiterhelfen. Leider weiß er manchmal auch
nicht was zu machen ist aber das kann hier in Spanien schon mal
öfters vorkommen. Also wenn ihr Probleme habt, dann wendet
euch an ihn.
José Rodríguez Montero
e-mail: montero@goliat.ugr.es
Essen & Trinken
Was man auf jeden Fall ausnutzen sollte ist, dass es in Spanien
und vor allem in Granada wesentlich billiger ist, auszugehen. Ich
bin noch nie vorher so oft essen gegangen und es lohnt sich auch
mal kleinere Bars auszuprobieren da dort oft sehr ausgefallene Gerichte
angeboten werden.
Man sollte sich allerdings auch darauf einstellen, dass die Art
und auch die Zeit zu der gegessen wird nicht mit deutschen Verhältnissen
verglichen werden kann.
Supermärkte
Zu den Supermärkten kann man eigentlich nicht besonders viel
sagen aber der Vollständigkeit halber sollen sie hier aufgeführt
werden. Die Preise sind mehr oder weniger die gleichen wie in Deutschland.
Wenn man nach einigen Monaten einige Sachen vermisst, die es hier
nicht überall zu kaufen gibt geht man am Besten in den LIDL
den es hier auch gibt (centro comercial Neptuno) oder
in den Corte Ingles (Calle Arabial).
Obst und Gemüse sollte man nicht im Supermarkt kaufen da es
oft mehr als das doppelte als auf dem Markt kostet.
Tapas
Sicher habt ihr schon davon gehört, dass es hier in Granada
und auch in einigen Städten und Dörfern in der Gegend
Tapas (umsonst) zum Getränk dazu gibt. Tapas
(Deckel) wurden ursprünglich serviert, um das Getränk
abzudecken. Mittlerweile hat sich daraus eine eigene
Kultur gebildet und oft sind aus den Kleinigkeiten halbe Mahlzeiten
geworden.
Fast alle Bars in Granada haben Tapas und es lohnt sich so viele
wie möglich auszuprobieren, da man immer wieder eine findet,
die einen überrascht.
In Camino de Ronda an der Seite des Amphitheaters sind
viele Bars mit Terrassen und die Tapas dort sind nicht schlecht.
Vom Ambiente wesentlich netter aber meistens ohne Terrasse sind
die Bars in der Calle Elvira (Albaizín). Dort
ist die Bar Arco Iris an der Puerta Elvira
besonders zu empfehlen (allerdings nur, wenn man Fisch mag).
Mensen
Es gibt mehrere Mensen hier in Granada aber meistens bieten sie
das gleiche zu essen an. Am Anfang dachte ich noch, dass Mensaessen
hier wäre besser aber schließlich musste ich das Gegenteil
sagen und so bin ich im ganzen Jahr sehr selten in die Mensa gegangen.
Es gibt fast nur frittiertes Essen und auch oft ganz komische Kombinationen.
Ich habe es bevorzugt, abends mit einigen Leuten zu kochen oder
Tapas essen zu gehen.
Wenn man in die Mensa geht, sollte man seinen Studentenausweis nicht
vergessen, da sie einen sonst nicht reinlassen.
Eine Mensa gibt es direkt neben der neuen Fakultät der Bauingenieure
(Campo Universitario Fuente Nueva).
Restaurants
Es gibt glaube ich in keiner anderen Stadt die ich gesehen habe
so viele Bars und Restaurants wie hier. Die Konkurrenz ist groß
und der Preis deshalb meistens ziemlich gut. Meistens gibt es Tagesmenus
wenn man mal einfach keine Lust hat zu kochen oder in die Mensa
zu gehen und der Preis liegt zwischen 4€ und 6€.
Was auffällt ist , dass es hier mindestens ein China Restaurant
pro Strasse gibt und sie bieten alle das gleiche an. Anfangs war
ich ziemlich euphorisch da man wirklich ziemlich günstig essen
kann aber mit der Zeit wird es doch ein wenig langweilig.
Teterías
Teterías sind arabische Teestuben in denen,
man soll es kaum glauben, hauptsächlich Tee getrunken wird.
Sie befinden sich alle im Albaizín und sind sehr empfehlenswert.
Man kann ebenfalls hervorragende frischgepresste Säfte trinken
und das zu unglaublich günstigen Preisen (im Vergleich zu Deutschland).
Zwei Tips von mir ansonsten werdet ihr die restlichen schon selber
ausprobieren.
1. Paverna hier gibt es vorzügliche Milchshakes
(Batidos) und frischgepresste Säfte wie z.B. eine
Mischung aus Erdbeere und Avokado (hört sich pervers an, schmeckt
aber genial!). Außerdem ist die Tetería über mehrere
Geschosse verteilt und es lohnt sich nach einem Platz ganz oben
zu schauen!
2. Tuareg Die wohl dunkelste aller Teestuben aber wie
ich finde sehr urig. Alles ein bisschen cudre; gefällt
oder gefällt nicht! Muss man mal ausprobieren.
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